KuWert

KuWert – Schiffgestützte Behandlung von Kunststoffen zur Implementierung von Wertschöpfungsketten in wenig entwickelten Ländern sowie zur Vermeidung von Kunststoffeinträgen in die Umwelt und insbesondere in marine Ökosysteme

Projektlaufzeit: August 2017 – Dezember 2019

Hintergrund

Kunststoffabfälle gefährden die Umwelt und insbesondere marine Ökosysteme in erheblichem Maße. Allein 2014 wurden weltweit über 300 Mio. Tonnen Kunststoffe produziert, von denen jährlich schätzungsweise etwa 10 Mio. Tonnen durch nicht umweltgerechte Entsorgung in die Meere gelangen. Gerade in Küstennähe, insbesondere wenn für Kunststoffabfälle keine funktionierenden Erfassungssysteme existieren, kommt es zu erheblichen Einträgen in marine Ökosysteme.

Da eine nennenswerte Abreicherung der Kunststoffabfälle aus den Meeren bisher technisch und wirtschaftlich nicht möglich ist, nimmt die Menge an Kunststoffen in den marinen Ökosystemen kontinuierlich zu und wird auch in den nächsten Jahrzehnten noch weiter anwachsen. Dabei ist die Menge des Eintrags von Kunststoffabfällen stark abhängig von der Entwicklung eines effizienten Abfallerfassungs- und Recyclingsystems.

Allerdings findet in vielen wenig entwickelten Ländern eine relevante Verwertung von Kunststoffen, auch aufgrund von u.a. fehlender Infrastruktur und unsicherer politischer Verhältnisse, so gut wie nicht statt. Dadurch sind die Wertschöpfungsketten für die Verwertung von Kunststoffabfällen unterbrochen und werthaltige Kunststoffe gelangen in die Umwelt, was eine wesentliche Quelle für den Eintrag in die Meere darstellt.

Daher müssen neue Lösungen zur Verringerung des Eintrags von Kunststoffen in die Umwelt entwickelt werden…

KuWert

Ziel & Aktivitäten

Ziel des Vorhabens ist es, zur Reduzierung des Eintrags von Kunststoffabfällen in die Umwelt und in marine Ökosysteme für wenig entwickelte Länder, Konzepte und Vorplanungen zur Implementierung einer Infrastruktur zur Erfassung, schiffgestützten Behandlung und Vermarktung von Kunststoffabfällen zu entwickeln. Das Vorhaben setzt dabei in seiner Systematik an der Quelle des Problems an und verringert so die Einbringung von Kunststoffen in die Umwelt.

Hierdurch sollen Wertschöpfungsketten für den Handel und die Verwertung von Kunststoffabfällen in wenig entwickelten Ländern geschlossen werden. Durch die Schaffung von Vermarktungsmöglichkeiten für Kunststoffabfälle sollen Anreize zur Entnahme von Kunststoffabfällen aus der Umwelt und die Erfassung der in Haushalten und der Wirtschaft anfallenden Kunststoffabfälle geschaffen werden. Gerade für gering qualifizierte Menschen können durch die Schließung von Wertschöpfungsketten Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten in den Zielländern geschaffen werden.

Durch das Projekt KuWert kann in wenig entwickelten Ländern ein nennenswerter Beitrag zur Reduzierung des Kunststoffeintrags in marine Ökosysteme und die Umwelt insgesamt geleistet werden.

Arbeitsziele/Forschungsschwerpunkte

  • Abschätzung der langfristig zu erfassenden Mengen an Kunststoffabfällen zur technischen und ökonomischen Auslegung von Kunststoffabfallbehandlungsanlagen.
  • Ermittlung von rechtlichen und sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen, die bei der Erfassung, Behandlung, dem Handel und der Verwertung von Kunststoffabfällen in wenig entwickelten Ländern zu beachten sind.
  • Konzeption und Vorplanung von schiffgestützten Kunststoffabfall-behandlungsanlagen zur Erfassung und Behandlung von Kunststoffabfällen sowie zur Vermarktung von Sekundärrohstoffen.
  • Ökonomische und ökobilanzielle Bewertung der Anlagen. Ermittlung des Potenzials zur Reduktion von Kunststoffabfalleinträgen in die marine und terrestrische Umwelt für wenig entwickelte Länder.
 

Hauptaktivitäten:

  1. Grundlagenermittlung

    Evaluierung der Situation in den Zielländern unter Berücksichtigung spezifischer örtlicher Aspekte. Abschätzung des Potenzials an langfristig zu erfassenden Kunststoffabfällen. Die Situations- und Potenzialabschätzung erfolgt beispielhaft für die Zielländer Sierra Leone und Mauritius. Hierfür sind Universitäten der Länder als Partner in das Projekt eingebunden. Weiterhin erfolgt jeweils ein Workshop in den Partnerländern zur Evaluierung der Ergebnisse und Vernetzung mit Akteuren und Stakeholdern.

  2. Vorplanung einer Behandlungs- und Verwertungsanlage

    Bewertung von Behandlungstechnologien und Rahmenbedingungen vor Ort in den Zielländern. Entwurf eines Konzepts und Vorplanung von Behandlungsanlagen für Kunststoffabfälle.

  3. Konzeptentwicklung (Schiffs- und Anlagentechnik)

    Ausarbeitung von Konzeptentwürfen für maritime Trägereinheiten unter Berücksichtigung von Schnittstellen, Restriktionen, Energiebedarf und Betriebskosten.

  4. Vermarktungspotenzial von Sekundärrohstoffen

    Marktanalyse und Risikobewertung zum Verwertungspotenzial von Kunststoffen und Entwicklung eines Vermarktungskonzeptes.

  5. Wirtschaftlichkeitsanalyse und ökobilanzielle Bewertung

    Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit verschiedener Behandlungsvarianten sowie Kosten-Nutzen-Betrachtungen. Bewertung der ökologischen Vorteilhaftigkeit der Varianten im Vergleich mit dem Ist-Zustand.

Projektpartner

Logo IEKrW

Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH, Germany

www.iekrw.de

Prof. Dr. rer.nat. Martin Wittmaier
Neustadtswall 30
28199 Bremen
GERMANY
Tel.: +49 (0) 421 5905-2326
Fax: +49 (0) 421 5905-2380
E-mail: wittmaier@hs-bremen.de

Pruin Consult, Germany

www.pruin-consult.de

Dipl.-Ing. Berend Pruin
Binnenfeld 17
21423 Winsen
GERMANY
Tel.: +49 (0) 4179 7277
E-mail: berend.pruin@pruin-consult.de

Partner im Rahmen des vom BMBF geförderten Vorhabens

TECHNOLOG services GmbH, Germany – Projektkoordinator

www.technolog.biz

Dipl.-Ing. Fridtjof Rohde
Vorsetzen 50
20459 Hamburg
GERMANY
Tel.: +49 (0) 40 707076-820
E-mail: fridtjof.rohde@tlg-services.biz

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Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH, Germany

www.iekrw.de

Prof. Dr. rer.nat. Martin Wittmaier
Neustadtswall 30
28199 Bremen
GERMANY
Tel.: +49 (0) 421 5905-2326
Fax: +49 (0) 421 5905-2380
E-mail: wittmaier@hs-bremen.de

Nehlsen AG, Germany

www.nehlsen.com

Dipl.-Ing. Hans-Dieter Wilcken
Nehlsen Stoffstrom GmbH & Co. KG
Wilhelm-Karmann-Str. 5
28237 Bremen
GERMANY
Tel.: +49 (0) 421 84482-2000
E-mail: info@nehlsen.com

Kooperationspartner

codwap-Logo_UoM

University of Mauritius, Mauritius

www.uom.ac.mu

Dr. Arvinda Ragen
Reduit 80837
MAURITIUS
Tel.: +230 403 7400
E-mail: centraladmin@uom.ac.mu

University of Sierra Leone, Fourah Bay College, Sierra Leone

www.usl.edu.sl

Dr. Salieu Sankoh
Memo Street, Tower Hill
Freetown
SIERRA LEONE
Tel.: +232 78 920590
E-mail: info@usl.edu.sl

Unterstützende Unternehmen

ALPLA Group, Germany

ALPLA gehört zu den führenden Unternehmen für Kunststoffverpackungen. Rund 21.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren weltweit an 178 Standorten in 45 Ländern maßgeschneiderte Verpackungssysteme, Flaschen, Verschlüsse und Spritzgussteile.

www.alpla.com

ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co. KG
Allmendstraße 81
6971 Hard
AUSTRIA
Tel.: +43 (5574) 6020
E-mail: office@alpla.com

Events

  • Reise nach Westafrika (11/2019 – 12/2019)
    Accra (Ghana), Banjul (Gambia), Dakar (Senegal), Abidjan (Elfenbeinküste)
  • Reise nach Sierra Leone (05/2019)
    Freetown (Sierra Leone)
  • Statuskonferenz des BMBF-Forschungsschwerpunkts (04/2019)
    Berlin (Germany)
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     Link
  • SMM – Weltleitmesse der maritimen Wirtschaft (09/2018)
    Messe Hamburg (Germany)
    – Homepage
     Link
  • IFAT – Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft (05/2018)
    Messe München (Germany)
    – Homepage
     Link
  • Workshop (03/2018)
    Reduit (Mauritius)
  • Workshop (01/2018)
    Freetown (Sierra Leone)
  • Auftaktkonferenz des BMBF-Forschungsschwerpunkts (10/2017)
    Berlin (Germany)
    …weiterlesen
     Link

Veröffentlichungen

Förderung

Dieses Projekt (FKZ: 033R196) wird innerhalb des Forschungsschwerpunkts „Plastik in der Umwelt“ vom Bundeministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

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